Der Schreiberling war ein junger Mann von mittlerem Aussehen, mittlerem Einkommen, aber mit großen Hoffnungen. Er hatte früher in einer kleinen Stadt gelebt, die eigentlich mehr Dorf als Stadt gewesen war und war nun in eine der größeren Städte gezogen, aber eigentlich war auch dies mehr ein Dorf in Stadtgestalt. Wenn ihn jemand fragte, was er am liebsten mache, dann sagte er kurz und fröhlich: "Geschichten erzählen" - und meist fügte er noch an: "Schöne Geschichten". Die meisten, denen er das sagte, wunderten sich, denn was konnte das schon sein, eine 'schöne Geschichte'. "Hören Sie, junger Mann", sagten sie, "es gibt ernste Geschichten, heitere, kurze, lange, dicke, dünne, langweilige und grobe - aber schöne? Eine Blume ist schön, basta!" Der Schreiberling überlegte dann und kam immer zu dem selben Ergebnis.
Eine schöne Geschichte, das ist eine, an deren Ende man ein ganz klein wenig traurig ist, dass sie schon vorbei ist.
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